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Nebenkosten und Hausgeld – Schwindel und Schlamperei: Die häufigsten Fehler in Heizkostenabrechnungen

Sie sorgt regelmäßig für Hitzewallungen der unangenehmen Art: die Heizkostenabrechnung. Dabei stimmt sie oft nicht mal. Welche Schnitzer verbreitet sind – und wie man sich gegen zu hohe Forderungen wehrt.
Energie zum Heizen wird teurer und teurer. Das ist allein schon beklagenswert genug. Doch es sind nicht nur die tatsächlichen Rohstoffkosten, die Mietern und Hauseigentümern beim Blick auf die jährliche Heizkostenabrechnung den Schweiß auf die Stirn treiben. Oft sind die Kalkulationen, die den Abrechnungen zugrunde liegen, schlichtweg falsch. Weil die Listen, Anhänge und Verteilungsvorschläge aber nicht eben durch Übersichtlichkeit bestechen, sind Fehler nicht meist nur mit Mühe nachvollziehbar. Die Folge: Viele Betroffene leisten zu Unrecht eine horrende Nachzahlung.

Studiengang: „Diplom-Abrechnungsversteher“?

Dies ist umso ärgerlicher, als eigentlich klar geregelt ist, wie eine Heizkostenabrechnung auszusehen hat und welche Kosten auf wen umgelegt werden dürfen: Die rechtliche Grundlage ist die so genannte Heizkostenverordnung. Sie greift immer dann, wenn es in einem Gebäude eine zentrale Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlage gibt, deren Kosten auf mehrere Mieter oder Eigentümer verteilt werden müssen. Aber auch für Gebäude, die Fernwärme beziehen, gilt das Regelwerk.

Nach den Buchstaben des Gesetzes dürfte es bei der jährlichen Abrechnung auch keine Verständnisprobleme geben: Nach einer Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs von 1981 muss sie so erläutert und gegliedert sein, dass auch der Durchschnittsmieter ohne Jura- oder BWL-Abschluss sie begreift – und überprüfen kann.

Fehler in jeder zweiten Abrechnung

Doch grau ist alle Theorie: Längst nicht jeder Gebäudeeigentümer und jede Ablesefirma halten sich an die rechtlichen Vorgaben. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hatte im Herbst 2010 über 600 Heizkostenabrechnungen, die in den letzten 10 Jahren in der Energieberatung überprüft wurden, ausgewertet – mit einem desaströsen Ergebnis: Knapp die Hälfte war fehlerhaft, nur ein gutes Drittel korrekt. Beim Rest der Dokumente gab es zumindest Klärungsbedarf – ebenfalls kein vertrauensbildendes Urteil.

Seit dieser großen Analyse von 2010 hat die Verbraucherzentrale weitere knapp 250 Abrechnungen unter die Lupe genommen. Und wieder fiel der Befund haarsträubend aus: 36 Prozent waren ohne Fehler, bei 26 Prozent hingegen gab es gravierenden Klärungsbedarf – und 38 Prozent waren schlichtweg falsch.

„In den meisten Fällen sind Fehler und Unklarheiten nicht auf Trickserei, sondern auf pure Schlampigkeit zurückzuführen“, sagt Hans Weinreuter, Energiereferent der rheinland-pfälzischen Verbraucherzentrale. Auffällig oft seien es die Vermieter oder Hausverwaltungen, die sich Schnitzer zu Lasten der Bewohner leisteten – ohne dass sie selbst finanziell davon profitieren, denn die Ausgaben für die Beheizung des Hauses werden über die Abrechnungen ja an die Mieter verteilt. Die Messdienstunternehmen waren in der Stichprobe weniger häufig schuld.

Wer auch immer der Übeltäter ist: Mieter, die ihre Heizkostenabrechnung genau unter die Lupe nehmen, können Ungereimtheiten schnell ausfindig machen. FOCUS Online erklärt, welche Fehler am häufigsten vorkommen – und wie man sich gegen unberechtigte Forderungen zur Wehr setzen kann.
 
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